What the f***
Gestern ging es mal wieder mit meinem Kulturbeutel-Klub ins Nationaltheater Mannheim. Eine “Junk Opera” wurde angepriesen. Nach einer Vorlage von Wilhelm Busch hieß es. Als wir ins Theater kamen kündeten zahlreiche Schulklassen und Behinderten-Gruppen eine wohl eher jugendlich anmutende Inszenierung von Max und Moritz an. “Naja”, dachte ich mir “wird schon nicht so schlimm werden.” Doch weit gefehlt… Die ersten 40 Minuten waren der Vermutung nach zutreffend. Da hüpften zwei Darsteller wie von der Tarantel gestochen auf der Bühne herum und sangen halb freche halb schiefe Liedchen. Begleited wurde das ganze von drei Musikern der Popakademie Mannheim. Doch als man gerade mit der Schlachtung der Hühner der Witwe Bolte fertig war driftete die ganze Angelegenheit sagen wir mal “etwas” ab.

In einer jungen Oper darf natürlich auch ein Simpsons-Zitat nicht fehlen.
Textzeilen wie “ja unten rum bin ich so empfindsam” läuteten Skurilitäten ein die platter kaum hätten sein können. Hauptakteur des “sexuellen Handlungsstrangs” wurde der Spitz (ja der Hund) der Witwe. Zuerst durfte er sie und später auch einen der Brüder in sehr eindeutigen textlichen Andeutungen “beglücken”. An sich wurde das ganze Stück mehr zur Spielwiese pupertärer Hormon-Achterbahnfahrten. Wenn die Buchvorlage nicht so recht rein passen wollte, wurden die entsprechenden Passagen einfach mal gestrichen. Höhepunkt waren die drei jungen “Käfer”, die an Drahtseilen über die Bühne kurften und sich gegenseitig platt machen sollten.

Blödeleien überall. Max und Moritz als Engel.
Anzumerken bleibt noch, dass der örtliche Schrotthändler wohl Hauptsponsor der Aufführung war. Davon zeugeten die drei verrosteten Kabrios, die nacheinander auf der Bühne ihr Kreise zogen. Alles in allem eher schlecht als recht, aber dank fairen preisen war das zu verschmerzen.




11. Januar 2007 um 15:08 Uhr
Naaaaa!!!Das ist aber negativ!!!;)Endlich mal ein Theaterstück ohne Anspruch…was willst du denn? Haben wir Kulturbeutelgänger denn ein bestimmtes Niveau zu erreichen? Ich fands lustig, schräg und kreativ (wem fällt denn so ein Schwachsinn bitte ein?!) Meine Lieblingsszene ist eindeutig Spitzens Diablo Auftritt mit hocherotischem Einsatz seines Kraftpaketes…
Wie auch immer…die Meinungen teilen sich…und das ist auch gut so!
Madame Soleil
11. Januar 2007 um 15:14 Uhr
ja, das ist wirklich gut so!
11. Januar 2007 um 17:06 Uhr
also unterhaltsam wars allemal… wenn auch manchmal etwas sehr schräg…
Aber der Lule will halt immer Tiefgang haben, Werte vermittelt kriegen, und eine Identifikationsfigur bekommen…
…. KALBSLEBERWURST!
11. Januar 2007 um 17:52 Uhr
…MIT SCHNITTLAUCH UND APFELSTÜCKCHEN!