Archiv für die Kategorie „Kultur“

What the fuck is Heimat – Streetart aus Offenburg

6. March 2009
Bollenhut-Heimat in Berlin

Bollenhut-Heimat in Berlin (Bild: Stefan Stumbel)

Auf Spiegel Online ist derzeit ein wunderbarer Artikel über den Künstler Stefan Strumbel zu lesen. Der Offenburger entstammt der StreetArt und Graffiti Szene und erlang seinen Durchbruch durch seine Arbeiten zum Thema “Heimat“, die mit den traditionellen Symbolen des Schwarzwalds spielen, wie die Gutacher Bollenhüte oder die klassischen Kuckucksuhren, die er neonfarben anstreicht. Auch Karl Lagerfeld ist Fan von ihm und seinen Uhren.

Derzeit wird Strumbel auch auf der Kunstmesse Art Karlsruhe ausgestellt.

Mehr zu Stumbel im Spiegel Online Artikel “Kuckucksuhren und Handgranaten”.

Hier ist sein Lebenslauf zu finden. Außerdem ist ein Buch von Rüdiger Glatz im Handel erhältlich  “Stefan Strumbel – What the fuck is Heimat”, Edition Braus, Heidelberg; 200 Seiten; 49,90 Euro.

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Auch Karl Lagerfeld ist Fan von Stefan Stumbels Kuckucksuhren. (Bild: Stefan Stumbel)

What the f***

10. January 2007

Gestern ging es mal wieder mit meinem Kulturbeutel-Klub ins Nationaltheater Mannheim. Eine “Junk Opera” wurde angepriesen. Nach einer Vorlage von Wilhelm Busch hieß es. Als wir ins Theater kamen kündeten zahlreiche Schulklassen und Behinderten-Gruppen eine wohl eher jugendlich anmutende Inszenierung von Max und Moritz an. “Naja”, dachte ich mir “wird schon nicht so schlimm werden.” Doch weit gefehlt… Die ersten 40 Minuten waren der Vermutung nach zutreffend. Da hüpften zwei Darsteller wie von der Tarantel gestochen auf der Bühne herum und sangen halb freche halb schiefe Liedchen. Begleited wurde das ganze von drei Musikern der Popakademie Mannheim. Doch als man gerade mit der Schlachtung der Hühner der Witwe Bolte fertig war driftete die ganze Angelegenheit sagen wir mal “etwas” ab.


In einer jungen Oper darf natürlich auch ein Simpsons-Zitat nicht fehlen.

Textzeilen wie “ja unten rum bin ich so empfindsam” läuteten Skurilitäten ein die platter kaum hätten sein können. Hauptakteur des “sexuellen Handlungsstrangs” wurde der Spitz (ja der Hund) der Witwe. Zuerst durfte er sie und später auch einen der Brüder in sehr eindeutigen textlichen Andeutungen “beglücken”. An sich wurde das ganze Stück mehr zur Spielwiese pupertärer Hormon-Achterbahnfahrten. Wenn die Buchvorlage nicht so recht rein passen wollte, wurden die entsprechenden Passagen einfach mal gestrichen. Höhepunkt waren die drei jungen “Käfer”, die an Drahtseilen über die Bühne kurften und sich gegenseitig platt machen sollten.


Blödeleien überall. Max und Moritz als Engel.

Anzumerken bleibt noch, dass der örtliche Schrotthändler wohl Hauptsponsor der Aufführung war. Davon zeugeten die drei verrosteten Kabrios, die nacheinander auf der Bühne ihr Kreise zogen. Alles in allem eher schlecht als recht, aber dank fairen preisen war das zu verschmerzen.